Nun ist die Saison 2011 vorbei, was sicherlich für Viele ein Segen ist. Neben hoher Arbeitslosigkeit in den Dörfern und den Klein- und Großstädten an der Costa del Sol, größeren politischen Veränderungen und weiterhin ausbleibenden Touristen war das Jahr 2011 für viele Spanier aber auch für viele Residenten aus England, Deutschland, Holland ... ein schlechtes Jahr.

Bei landesweit über 20 % Arbeitslosigkeit sollte man eigentlich das allerschlimmste befürchten. Aber einmal von der katastrophalen Jugendarbeitslosigkeit abgesehen, wird vor allem in Andalusien nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Situation ist durchaus ernst, aber nicht so katastrophal, wie man dies anhand der offiziellen Zaheln annehmen müßte. Junge Leute bleiben dann eben noch etwas länger zu Hause bis sie einen Job haben, der sie ernähren kann, viele haben noch Grundstücke oder Wochenendfincas, auch größere Fahrzeuge sind in den Garagen nicht gerade selten zu finden und die Schwarzarbeit blüht ohne Ende. Sogar der Dorfpolizist säubert in seiner Freizeit Pools und bringt seine Kinder natürlich mit dem Polizeiauto zur Schule und holt sie so auch wieder ab. In Torrox gibt es immer mal wieder Tage, an denen alle gut 30 (!!!) Polizisten krank sind - kaum zu glauben, aber wahr. Irgendwie kommt einem dabei Griechenland in Erinnerung.

Der Rückgang der Touristen in Torrox, vor allem aber in Torrox Costa ist eigentlich ganz leicht zu erklären: das Strandproblem (Fäkalien aus Nerja, ständig wird der Sand weggespült, langweilige Promenade ...) besteht weiterhin, die Flüge sind teilweise sehr teuer geworden, was den meist eher etwas finanziell nicht gerade sehr gut gestellten "Torroxianer" besonders hart trifft und die Werbung über diesen Teil der Costa del Sol ist einfach nicht vorhanden, so daß kein "frisches Blut" nachkommt. Was soll man so anderes erwarten? Im Campo von Torrox, Cómpeta, Sayalonga ... sieht es was die Touristen anbetrifft schon wieder etwas besser aus. Diese Gäste haben bessere fiananzielle Möglichkeiten, so daß die teuren Flüge nicht ganz so ausschlaggebend sind, außerdem wollen dies Gäste sich erholen, freuen sich auf ruhige Tage an einer schönen Finca mit privatem Pool und daher haben sie auch keine Lust jeden Tag an den Strand zu fahren.

Aussichten für die Küste: weiterhin schlecht!
Aussichten für die Berge: eher positiv!